Die Trauer

Die Trauer ist ein Gefühl, das alle Menschen kennen. Jedoch wissen viele nicht, wie sie mit der eigenen und der Trauer von anderen umgehen sollen!

In diesem Artikel möchte ich mit Ihnen dieses Gefühl etwas näher anschauen.

Was ist Trauer?

Wenn wir Verlust erleben, besonders dann, wenn wir das, was wir verloren haben von ganzem Herzen lieben, empfinden wir Trauer.

„Trauer ist Liebe!“ – Fritz Roth

Der unwiederbringliche Verlust löst das Gefühl der Trauer aus. Dieses Gefühl kann uns dann auf unbestimmte Zeit begleiten und uns förmlich in existenzielle Lebenskrisen stürzen.

Wie Trauer sich ausdrücken kann

Das Gefühl der Trauer überkommt uns in Wellen. Mal ist die Trauer stark und heftig, dann finden die Gefühle Ausdruck in Wutausbrüchen, Schreien und heftigen körperlichen Schmerzen. Ein anderes Mal ist die Trauer schwer und erdrückend. Sie kommt dann ganz tief aus dem Inneren und legt sich, wie ein großer Schatten, auf die eigenen Gedanken. An anderen Tagen schnürt sie einem die Kehle zu und löst einen nicht enden wollenden Fluss an Tränen aus. Und dann wiederum ist sie still. Als würde es sie nicht geben.

Der Trauerprozess ist individuell!

Das Gefühl der Trauer und die Art und Weise, wie sie zum Ausdruck gebracht wird ist sehr individuell.

„Jeder Mensch trauert anders!“

Diese Erkenntnis ist unendlich wichtig. In der Trauer gibt es also kein richtig oder falsch! Das bedeutet, dass jeder seine ganz eigenen Ausdrucks – und Umgangsweisen mit diesem Gefühl hat. Wenn Sie selbst in Trauer sind oder im Familien – und Freundeskreis einen Menschen in Trauer begleiten dann sein Sie aufmerksam und achtsam mit sich und Ihrem Umfeld.

Wenn Trauergefühle krank machen

Trauer ist ein Gefühl, das sehr aufmerksam versorgt werden will. Geschieht dies nicht, nicht ausreichend oder sind die Umstände des Todes sehr problematisch, kann sich das Gefühl der Trauer in eine Richtung entwickeln, die man pathologisch bezeichnet. Das bedeutet, dass die Trauer unbewältigt ist.

Formen unbewältigter Trauer

  • Chronischer Trauerprozess
  • Verzögerter Trauerprozess
  • Übertriebener Trauerprozess
  • Versteckter Trauerprozess

In einem weiteren Artikel werde ich die genaue Bedeutung dieser Trauerreaktionen beschreiben und darüber berichten, welche Möglichkeiten man hat diese zu versorgen.

Wie man Trauer verstehen kann

Trauer ist ein tiefes und wahrhaftiges Gefühl und bringt, wenn sie eintritt meistens Konflikte und Zweifel mit sich. Oft sind es Konflikte mit sich selbst und dem Umfeld. Mehr noch, Zweifel an der Bedeutung des eigenen Lebens und dem Sinn hinter all den Dingen die geschehen. Die Trauer hinterfragt schonungslos die persönlichen Sichtweisen und Auffassungen. Begegnet man ihr mit Achtsamkeit begegnet man wohl in erster Linie sich selbst. Dieser Moment des Bewusstwerdens birgt eine starke, unsichtbare Kraft, die es einem ermöglicht das eigene Leben aus einer gereiften Perspektive zu betrachten.

„Aus der Trauer in eine neue Lebenskraft“

Der Weg dorthin kann unendlich schmerzvoll und schwer sein. Holen Sie sich unbedingt Unterstützung von Menschen Ihres Vertrauens oder nehmen Sie professionelle Hilfe von Sterbeammen, Trauerbegleitern und Psychologen in Anspruch.

Haben Sie weitere Fragen? Dann nehmen Sie gern mit mir Kontakt auf!

10 Kommentare
  1. Nadine
    Nadine says:

    Das Bild der Welle beschreibt sehr gut die Trauer. Ich habe oft 3 Tage an denen ich völlig am Boden bin und do plötzlich wie dieses Gefühl kam, kann es auch wieder für ein paar Tage verschwinden. Auch vergleichbar mit einer andauernden Achterbahnfahrt.

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    • Johanna Wilke
      Johanna Wilke says:

      Liebe Nadine,
      das Bild der andauernden Achterbahn finde ich auch sehr treffend. Dieses Auf und Ab ist sehr anstrengend und ermüdend, ich kenne das selbst auch sehr gut! Was machst du für dich, wenn du dich so fühlst?

      Antworten
  2. Wolfgang von Bueste.org
    Wolfgang von Bueste.org says:

    Sehr geehrte Frau Wilke,
    einige unserer Kunden lassen sich zur Trauerbewältigung eine Büste ihres Verstorbenen anfertigen. Diese steht dann an einem Lieblingsort des Verstorbnen oder wie in einem Fall wissen wir, das extra eine Kapelle für die Büste gebaut wurde. Wie auch immer, Sie sagen es ja, die Trauer ist individuell. Bei einer solchen Skulptur ist der Ort der Trauer (z.B.Friedhof) weit weg und der Schmerz über den Verlust nicht so groß wie direkt am Grab des Verstorbenen. Wir finden es immer wieder sehr interessant was uns unsere Kunden über ihre persönlicheTrauerbewältigung erzählen.

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  3. Daniel Caballero
    Daniel Caballero says:

    Es gibt Menschen die können mit Trauer besser umgehen als manch andere, trotzdem finde ich das man gerade hier in Deutschland mehr Menschen dazu ausbilden sollte, die sich dann um die Menschen kümmern die eventuell einen Todesfall oder ähnliches hinter sich haben. Es gibt immer noch viel zu viele Menschen die sich selbst umbringen, aufgrund der Tatsache dass der Partner, die Eltern oder eine andere wichtige Person gestorben ist.

    Ich merke es auch in meinen Seminaren, wenn es um das Thema Ex-zurückgewinnen geht, viele sind total am Boden, verzweifelt und wissen nichts mehr mit ihrem Leben anzufangen und das ist sehr traurig und gefährlich.

    Super Blog, werde ich aufjeden Fall empfehlen!

    Grüße,
    Daniel Caballero

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  4. Max
    Max says:

    Trauer kann krank machen. Wie wahr. Bei Liebeskummer ist es das Herz was schmerzt. Bei trauenden, die wem in ihrem Leben verloren haben, wohl ihr ganzes Wesen. Das einzige was in solchen Momenten hilft sind starke Gefühle die gegensteuern, wie Freude z.B. Man sollte sich viel ablenken. Mit Freunden ausgehen oder generell ausgehen. Jedoch sollte man unbedingt die Finger von Alkohol oder Drogen lassen. Denn diese Wellen, die mit der Trauer kommen, werden dadurch nur stärker so das man erstmal ringen muss um nicht in Trauer zu ertrinken.

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    • Johanna Wilke
      Johanna Wilke says:

      Lieber Max, vielen Dank für deinen Beitrag. Ich denke, dass jeder für sich herausfinden muss, was ihn durch die Zeit der Trauer trägt. Wenn ich dich richtig verstehe, dann meinst du, dass Ablenkung – also sich dem alltäglichen Leben zuwenden – hilft mit der Trauer zu Leben. Ja, viele Trauernde berichten das. Es gibt Zeiten, da ist die Trauer so anstrengend, dass genau das gut tut: Abschalten von der Trauer. Aber das kann sich auch ändern. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden und das verlangt einem oft „alles“ ab.

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  5. Roland Böstro
    Roland Böstro says:

    Sehr geehrte Frau Wilke,
    ich selbst kenne das Gefühl der Trauer, da ich selbst in jungen Jahren mein Vater verloren habe. Damals war es für mich sehr schmerzhaft gewesen einen Geliebten Mensch zu verlieren. Ich konnte die Trauer bzw. den Verlust für mich sehr gut verarbeiten. Ihr Artikel beschreibt das Thema über die Trauer sehr gut.

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  6. Miner
    Miner says:

    Vielen Dank für den Beitrag. Ich denke es ist einfach wichtig, dass man realisiert und trotzdem weiter macht. Auch Trauerkarten schreiben kann helfen oder sich mit anderen Personen aussprechen.

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    • Johanna Wilke
      Johanna Wilke says:

      Ja, es ist sehr wichtig sich auf die Suche zu begeben und auszuprobieren, um herauszufinden, was einen Selbst durch die Trauer trägt!

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