5. Teil „Bestattungswissen“ – Die Beisetzung

In der fünfteiligen Reihe „Bestattungswissen“ stelle ich Ihnen alle notwendigen Informationen für die Gestaltung einer individuellen und ganzheitlichen Bestattung zur Verfügung.

Im 1. Teil finden Sie einfühlsame Anregungen für den Sterbefall, im 2. Teil erhalten Sie eine Checkliste für ein gutes Beratungsgespräch, im 3. Teil erfahren Sie, welche Bedeutung die Abschiednahme hat, im 4. Teil finden Sie vielfältige Ideen für die Gestaltung der Abschiedsfeier und im 5. Teil bekommen Sie Rat für den Ablauf der Beisetzung.

„Was zeichnet die Beisetzung für Sie aus?“

Die Beisetzung

Die Beisetzung ist „der letzte Weg“ des Verstorbenen auf der Erde. Das bedeutet, dass die sterblichen Überreste also der Leichnam oder die Asche, an einem für solche Zwecke vorgesehenen Platz, der Erde zurückgegeben wird.

Den letzten Weg gemeinsam gehen

Das Geleit zum Grab stellt ein wichtiges Verbindungsstück im Abschiedsprozess dar. Denn der Moment der Beisetzung schließt den irdischen Prozess, für den Verstorbenen, endgültig ab. Der Körper wird der Erde übergeben und so in den Kreislauf der Natur zurückgeführt. Stellen Sie sich einmal vor, dass dieser Weg ähnlich dem ist, den jemand geht, wenn er sich auf eine Reise, in eine andere Stadt oder ins Ausland begibt. In der Regel, verspüren Sie den Impuls, Ihren Angehörigen auf diesem Weg zu begleiten und ihn, z. B.: am Bahnhof oder Flughafen zu verabschieden. Oft warten Sie, bis der Zug abgefahren oder das Flugzeug abgehoben ist. Erst dann wenden Sie sich Ihren Aufgaben wieder zu. Ich glaube, dass es am Ende des Lebens genau so wichtig ist, diesen Weg zu begleiten. Ein ganz natürlicher Schritt, durch den man auf seinem persönlichen Trauerweg der Heilung ein Stückchen näher kommt.

„Haben Sie mal darüber nachgedacht, die Urne selbst zu tragen?“

Die Urne oder den Sarg selbst tragen

Oft findet die Beisetzung direkt nach der Abschiedsfeier statt. Der Bestatter bietet bereits im Beratungsgespräch an, dass der Sarg oder die Urne durch entsprechende Träger zur Grabstelle getragen werden kann. Sie haben jedoch immer die Möglichkeit, die Urne oder den Sarg selbst zu tragen. Setzen Sie sich vor dem Tag der Beisetzung mit dieser Möglichkeit auseinander, dann können Sie auch kurzfristig entscheiden, was sich für Sie an dem Tag gut anfühlt. Der Gedanke daran mag Ihnen zunächst vielleicht befremdlich erscheinen. Sie brauchen jedoch keine Angst zu haben. Der Bestatter wird Sie anleiten und zu jeder Zeit an Ihrer Seite sein um Sie zu unterstützen.

„Das Grabgeleit in Stille oder mit Musik und Gesang?“

Der Weg in Stille oder mit klangvoller Ausgestaltung

Der Weg zum Grab kann in Stille gegangen werden. Dies ist in Deutschland sehr gebräuchlich. Wenn der Verstorbene in der Kirche war, ertönen im Hintergrund die Glocken der Kapelle. Es ist aber auch möglich diesen Weg durch Musik oder Gesang zu begleiten. In verschiedenen, afrikanischen Völkern ist es üblich, dass die Trauergemeinde den gesamten Weg über gemeinsam singt. Die Klänge entfalten nicht nur im Außen ihre Kraft sondern tragen auch innerlich zu einer Heilung bei, da die Vibrationen das Erleben des Abschiedsprozesses vertiefen und so einen Zugang zu den eigenen Gefühlen schaffen.

„Was möchten Sie Ihrem Angehörigen mit in das Grab geben?“

Das Nachwerfen von Erde oder Blütenblättern

In vielen Regionen Deutschlands ist es Brauch, Sand oder Erde in das Grab nachzuwerfen – und doch fühlt sich dies für viele nicht mehr richtig an. Viel sanfter fallen Blütenblätter. Ein feines Ritual, das auch besonders für Kinder geeignet ist. Sorgen Sie für sich und lassen Sie sich auch an dieser Stelle ausführlich von dem BestatterIn Ihres Vertrauens beraten.

Die anonyme Beisetzung

Immer häufiger entscheiden sich Angehörige dafür, eine Beisetzung anonym durchzuführen. Genau bedeutet das, dass ein Friedhofsmitarbeiter die Urne oder den Sarg zu einem, der Familie und Freunden, unbekannten Zeitpunkt der Erde übergibt und beisetzt.

„Warum würde Sie sich für oder gegen eine anonyme Beisetzung entscheiden?“

Es kann auch sein, dass der Verstorben zu Lebzeiten bestimmt hat, dass er einmal anonym beigesetzt werden möchten. Dies kann dann zu Konflikten führen, wenn die Angehörige sich einen feste Platz zum trauern wünschen. Wenn Sie sich bereist im Leben mit diesem Fragen auseinandersetzen, nehmen Sie nicht nur sich selbst sondern auch ihrer Familie eine große Last von den Schultern. Ich möchte Ihnen raten, sich Zeit für ein Gespräch zu nehmen. Erzählen Sie ihrer Familie davon, wie sie gern bestattet werden möchten und fragen sie unbedingt nach ob ihr Ehemann oder ihre Kinder etwas anderes brauchen. Wenn Sie gemeinsam dieses Thema anschauen, sind sie nicht allein und jeder kann mit seinen Bedürfnissen gehört werden.

Zum Abschluss

Die fünfteilige Reihe  „Bestattungswissen“ soll Ihnen ein Leitfaden in der individuellen Ausgestaltung des Abschieds sein. Wichtig ist, dass Sie sich bewusst machen, dass Sie die Wahl haben und die Freiheit, sich für das eine oder das andere zu entscheiden.

Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Lassen Sie mich gern wissen, was Sie beschäftigt.

2 Kommentare
  1. Walter @trauerhilfe-denk.de
    Walter @trauerhilfe-denk.de says:

    Wow, sehr schön geschrieben! Bei der Recherche bin ich auf ihre Website gestoßen und werde sie auch meinen Kunden weiterempfehlen! Gefällt mir echt sehr gut, wie die Seite aufgebaut ist. Auch das Design ist sehr ansprechend. Die Artikel sind auch sehr schön geschrieben, meiner Meinung nach genau den richtigen Ton getroffen! Ich werde mich gleich mal weiter umsehen auf ihrer Seite! Sehr schöner Arbeit,
    Liebe Grüße,
    Walter von der Trauerhilfe Denk

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