1. Teil „Bestattungswissen“ – Der Sterbefall

In der fünfteiligen Reihe „Bestattungswissen“ stelle ich Ihnen alle notwendigen Informationen für die Gestaltung einer individuellen und ganzheitlichen Bestattung zur Verfügung.

Im 1. Teil finden Sie einfühlsame Anregungen für den Sterbefall, im 2. Teil erhalten Sie eine Checkliste für ein gutes Beratungsgespräch, im 3. Teil erfahren Sie, welche Bedeutung die Abschiednahme hat, im 4. Teil finden Sie vielfältige Ideen für die Gestaltung der Abschiedsfeier und im 5. Teil bekommen Sie Rat für den Ablauf der Beisetzung.

„Nur, wer um seine Möglichkeiten weiß,
kann sich bewusst für seinen persönlichen Weg entscheiden!“

Der Sterbefall

Der Sterbefall im Haus

Wenn der Sterbefall zu Hause eingetreten ist, sollte zunächst der Hausarzt informiert werden, damit dieser den Todesfall aufnehmen und durch die Todesbescheinigung bestätigen kann.

„Achten Sie auf sich!“

Wichtig für Sie persönlich ist die Versorgung Ihres Schocks, dem Gefühl der Handlungsunfähigkeit und den aufsteigenden Tränen! Holen Sie sich Unterstützung durch Familie und Freunde, damit Sie in dieser Situation nicht alleine sind. Und lassen Sie zu, dass die Tränen fließen. Sie werden Ihnen helfen das Erlebte zu verarbeiten. Es ist auch möglich auf einen Seelsorger oder Trauerbegleiter zurückzugreifen. Der ganzheitliche BestatterIn bietet Ihnen in diesem Moment bereits seine Unterstützung und Begleitung an. Zögern Sie nicht dies einzufordern – Sie sind Experte für Ihre Gefühle und dürfen aussprechen, was sie brauchen.

Der Verstorbene darf grundsätzlich bis zu einer Dauer von 36 Stunden zu Hause verbleiben. Dann sollte ein BestatterIn Ihres Vertrauens die Überführung in klimatisierte Räumlichkeiten vornehmen.

„Was könnte Ihr Erste-Hilfe-Ritual sein?“

Sie haben alle nötigen Schritte eingeleitet, nun heißt es für einen Moment „Stille“. Sie sind vielleicht allein mit dem Verstorbenen oder ein Familienmitglied oder ein Freund ist bei Ihnen. Geben Sie sich einen Moment um hinzuspüren, was Ihr Bauch Ihnen mitteilt. Sie haben die Möglichkeit ein Fenster zu öffnen und etwas frische Luft in den Raum zu lassen. Eine besinnliche Geste ist es in diesem Moment eine Kerze zu entzünden. Wenn es sich für sie richtig anfühlt, dann nehmen Sie an der Seite des Sterbebettes Platz. Es ist Zeit zu Schweigen, aber auch Zeit noch einige Worte zu sagen, die Sie Ihrem verstorbenen Angehörigen noch sagen möchten. Vielleicht verspüren Sie das Bedürfnis seine Hand zu streicheln – tun Sie dies, der Moment gehört ganz Ihnen. Auch die Klänge von Musik können dabei helfen die Atmosphäre zu tragen. Dieser Moment birgt eine unfassbare Tiefe und Leere. Lassen Sie sich dabei von Menschen unterstützen, die Ihren Weg bereitwillig begleiten.

In vielen Kulturkreisen ist es üblich, die „letzte Waschung“ des Verstoreben im Kreise der Familie durchzuführen. Vielleicht haben Sie Ihren Angehörigen bis zuletzt gepflegt und Sie empfinde diese Geste als einen Liebesdienst. Sie habe auch die Möglichkeit den BestatterIn Ihres Vertrauens darum zu bitten, die Waschung in Ihrem Hause vorzunehmen. Er kann einfühlsam dabei unterstützen den Körper auf die letzte Reise vorzubereiten.

Wenn das Ritual abgeschlossen wurde, bettet der BestatterIn den Körper des Verstorbenen in den Überführungssarg. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass Sie während des gesamten Prozesses den Takt angeben. Sie dürfen entscheiden, wie viel Zeit für Sie gut ist. Wenn es die Umstände erlauben, dürfen Sie selbstverständlich beim Einbetten dabei bleiben oder auch helfen. Sie dürfen an dieser Stelle auch nochmal Inne halten und am geöffneten Sarg Abschied nehmen.

Sterbefall im Seniorenheim und Krankenhaus

Ein wenig anders stellt sich die Situation dar, wenn der Sterbefall in einem Seniorenheim geschehen ist. Hier übernehmen meist die Pflegedienstmitarbeiter die Aufgabe den Arzt über den Eintritt des Todes zu informieren. Und in Krankenhäusern wird der Tod durch den zuständigen Arzt festgestellt. Die Geschäftigkeit der Einrichtungen lässt es nicht immer zu, dass der Verstorbene für längere Zeit auf dem Zimmer oder der Station verbleibt. In den meisten Fällen haben Sie aber auch dort die Möglichkeit den Verstorbenen in einem separaten Raum nochmals zu sehen. Dort dürfen Sie sich dann Zeit für den Abschied nehmen.

Ich möchte an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass ein persönlicher Abschied am Sterbebett ob zu Hause, im Heim oder Krankenhaus nicht bedeutet, dass Sie Ihren verstorbenen Angehörigen danach nicht mehr sehen können. Wenn Sie das Bedürfnis verspüren sich mehrmals zu verabschieden, dann kommunizieren Sie das mit dem beauftragten BestatterIn. Er wird Ihnen Wege aufzeigen diesen Abschied zu gestalten.

Der Wunsch des Verstobenen

An erster Stelle steht der Wunsch des Verstorbenen. Dieser sollte bei allen Entscheidungen berücksichtigt werden. So ist die Wahl der Bestattungsart, Erd – oder Feuerbestattung, meist durch den Verstorbenen selbst zu Lebzeiten bestimmt worden. Ist dies nicht der Fall, liegt die Entscheidung in Ihren Händen und Sie dürfen nach bestem Wissen und Gewissen die Bestattungsart bestimmen.

Ihre Wünsche und Bedürfnisse

Gleichzeitig sollten Sie beachten, dass Sie nach Eintritt des Sterbefalls mit der Verlusterfahrung leben müssen und es daher von ausgesprochener Wichtigkeit ist die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu leben. Dadurch wird es Ihnen möglich sein, einen heilsamen Trauerprozess zu gehen.

Im 2. Teil der Reihe „Bestattungswissen“ berichte ich Ihnen über das Beratungsgespräch bei einem Bestattungsinstitut!

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