2. Teil „Bestattungswissen“ – Das Beratungsgespräch

In der fünfteilige Reihe „Bestattungswissen“ stelle ich Ihnen alle notwendigen Informationen für die Gestaltung einer individuellen und ganzheitlichen Bestattung zur Verfügung. Im 1. Teil finden Sie einfühlsame Anregungen für den Sterbefall, im 2. Teil erhalten Sie eine Checkliste für ein gutes Beratungsgespräch, im 3. Teil erfahren Sie, welche Bedeutung die Abschiednahme hat, im 4. Teil finden Sie vielfältige Ideen für die Gestaltung der Abschiedsfeier und im 5. Teil bekommen Sie Rat für den Ablauf der Beisetzung.

„Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit dem BestatterIn wichtig?“

Der BestatterIn schlägt oft vor, das Beratungsgespräch meist ein bis zwei Tage nach dem Sterbefall durchzuführen. Das hat den Hintergrund, dass er um die Zerbrechlichkeit des Moments weiß, in dem Sie sich als Hinterbliebener befinden und er Ihnen so einen Möglichkeit geben möchte, sich ein wenig auf sich selbst zu besinnen.

Auch an dieser Stelle sei nochmals gesagt: Sie sind der Experte für Ihr eigenes Gefühl und Bedürfnis. Daher ist es wichtig, dass Sie einen BestatterIn an Ihrer Seite haben der bereit ist, Sie in diesem Bewusstwerdungsprozess aktiv zu begleiten. In einem Bild gesprochen: „Der Bestatter ist das Schiff, das Sie über den Ozean der Möglichkeiten bringt und Sie stehen am Steuerrad!“ Er hat die Aufgabe Sie pro-aktiv dabei zu unterstützen Ihre Phantasien und Wünsche im Bezug auf die Prozesse und Ausgestaltung der Bestattung zu realisieren. Sein Erfahrungsschatz ist dabei der realistische Maßstab für kreative Gedanken. Und so möchte ich sagen:

„So einzigartig, wie jede Geburt und jedes Leben ist,
so einzigartig ist auch jedes Sterben und jeder Tod,
so einzigartig ist die Trauer derer, die zurückbleiben!“

Auf dieser Basis, darf und sollte die Trauer – oder Abschiedsfeier ein einzigartiger Anlass sein, an dessen Ende die Menschen, ohne Bedenken der Sittlichkeit, zueinander sagen: „Das war eine wunderschöne Feier!“

Ein gutes Beratungsgespräch erkennen Sie an den folgenden Punkten:

  • Einer freundlichen und vertrauensvollen Begrüßung und einem Gesprächsbeginn in dem, der BestatterIn nach den Umständen des Todes fragt und Ihnen aktiv und aufmerksam zuhört!
  • Einer Übersicht über die Gesprächsinhalte und die ungefähre Dauer sowie der Aufnahme aller personenbezogenen Daten und dem Angebot, das Gespräch für eine Pause zu unterbrechen, oder an einem anderen Tag weiter zu führen!
  • Dem Angebot einen Abschied am offenen oder geschlossenen Sarg in der Örtlichkeit Ihrer Wahl durchzuführen.
  • Der Erklärung der Bestattungsarten und ihrer Vor – und Nachteile sowie der Aufnahme eines Wunschtermins für die Trauerfeier/Bestattung und einer ausführlichen Besprechung der gestalterischen Elemente (Dekoration/Redner/Musik/individuelle Beiträge).
  • Der Aufstellung aller anfallenden Kosten: Eigenleistung und Fremdleistungen inkl. MwSt. sowie Auslagen und Gebühren.
  • Der BestatterIn bittet Sie zum Schluss einige Formulare zu unterzeichnen, u.a. die Bestattungsvollmacht, d.h. dass er in Ihrem Namen für Sie Behördengänge und ähnliche Aufträge erfüllen darf. Schlussendlich, bittet er Sie um eine Unterschrift auf dem Auftragsformular mit den Bestattungskosten – lassen Sie sich unbedingt eine Kopie oder einen Durchschlag für Ihre eigenen Unterlagen mitgeben.
  • Der Klärung aller offenen Fragen und einer Übersicht, wie die nächsten Tage bis zur Abschiedsfeier und Bestattung organisatorisch verlaufen. Der BestatterIn sollte bei der Verabschiedung daran erinnern, dass Sie Ihn bei Fragen kontaktieren können

Fühlen Sie sich nach dem Gespräch um die ein oder andere Sorge leichter, wurden Ihre Bedürfnisse gehört und integriert und haben Sie Anregungen mitgenommen, wie der kommende Prozess nicht weniger traurig aber authentisch und echt gestaltet werden kann? Dann wurden Sie durch den BestatterIn richtig abgeholt und begleitet. Wenn Sie jedoch das Gefühl haben, dass der BestatterIn nicht auf Sie eingeht oder Sie von Anfang an ein schlechtes Bauchgefühl haben, dann dürfen und sollten Sie dies offen sagen und einen anderen BestatterIn aufsuchen!

In einem weiteren Blog – Artikel, werde ich Ihnen davon berichten, wie Sie den richtigen Bestatter für Ihre Bedürfnisse finden!

Im 3. Teil der Reihe „Bestattungswissen“ erzähle ich Ihnen davon, welche Bedeutung die Abschiednahme am geöffneten Sarg für den Trauerprozess hat.

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