Aromapflege für Sterbende

Wie Ätherische Öle am Lebensende Ängste lösen und Erinnerungen wachrufen können.

Gerüche lassen Erinnerungen lebendig werden und führen uns in intensive Erlebnisse zurück. Und genau deshalb sind sie so wertvoll für die Begleitung im Sterbeprozess.

Welcher Duft ist der Duft Ihrer Kindheit?

Vor diesem Hintergrund schafft die Anwendung von ätherischen Ölen in der Sterbebegleitung eine neue Lebensqualität. Dabei können diese auf verschiedene Weise angewendet werden:

Aromapflege für Sterbende: Anwendungsmöglichkeiten

  • Raumduft
  • Einreibung
  • Anwendung auf den Ohrläppchen
  • Trockeninhalation
  • Waschung
  • Aromaspray

Die Anwendung von ätherischen Öle kann dabei helfen Symptome, wie Übelkeit, Angst, Unruhe und Schmerz zu lindern.

Wenn Sie selbst eine Ihnen nahestehende Person im Sterbeprozess begleiten, dann können Sie in den folgenden Schritten vorgehen um heraus zu finden, ob eine Anwendung mit Duftölen eine Unterstützung für das Wohlbefinden sein kann:

Begegnung

Berührung

Begleitung

Die Begegnung

Schaffen Sie zunächst eine vertraute Atmosphäre und finden Sie in einem Gespräch heraus, ob die Anwendung einer Aromapflege ein Bedürfnis sein könnte. Sprechen sie über Erinnerungen und innere Bilder, die durch ein ätherisches Öl wiederbelebt werden könnten. So hat das Gespräch über die Anwendung der Düfte auch eine Funktion als Türöffner. Ist Ihnen ein Gespräch auf Grund des fortgeschrittenen Sterbeprozesses nicht mehr möglich, können Sie nach Ihrem eigene Gefühl und der Empfehlung eines Fachgeschäfts oder eines Aromatherapeuten Öle nach Ihrer Wirkung anwenden.

Die Berührung

Die Sinneswahrnehmungen sind im Sterben wesentlich stärker als wir uns das vorstellen können. Daher ist sowohl die feine Anwendung von Düften, als auch eine zarte Berührung eine entspannungsfördernde und einfühlsame Geste. Nehmen sie sich dafür ausreichend Zeit.

Die Begleitung

Der gemeinsame Prozess im Umgang mit den Düften ist nicht nur für den Sterbenden eine wertvolle Steigerung seiner Lebensqualität. Ein Gespräch oder auch einfach nur die Berührung schaffen eine tiefe Nähe und können eine heilsame Wirkung für den Sterbenden und den Angehörigen bedeuten.

Mögliche Fragen für ein Gespräch

  • Was kommt in den Sinn?
  • Wie duftet es?
  • Welchen Einfluss hat der Duft auf die Stimmung?
  • An was erinnert der Duft?

Durch die Reflektion dieser Fragen kann Ihr Angehöriger tief in sich hineinspüren und mit sich selbst in den Kontakt kommen.

Anwendungsempfehlungen

Trockeninhalation

Bei der Trockeninhalation tröpfeln Sie 1-2 Tropfen Ihres ausgewählten Öls auf einen kleinen Tupfer und legen diesen dann in einen kleinen Becher. Halten Sie nun den kleinen Becher ca. eine handbreit vorsichtig unter die Nase Ihres Angehörigen. Vielleicht probieren Sie es zunächst bei sich selbst um die Intensität des Duftes wahrnehmen zu können! Meine Empfehlung ist an dieser Stelle das Zitronenöl:

  • es hat eine angstlösende und erfrischende Wirkung.

Einreibung für die Hände

Bevor Sie eine Einreibung machen, sollten Sie durch das Anlegen eines warmen Wickels die Hautporen Ihres Angehörigen öffnen. Legen Sie dazu ein Handtuch in warmes Wasser ein und dieses dann um die Hände. Nach ein paar Minuten ist die Haut bereit für eine Behandlung. Hierzu nehmen Sie:

  • auf 5 ml Basis Öl (Olive-,Sesamöl)
  • 1-2 Tropfen Ihres Ätherischen Öls (z.B.: Rosenöl)

Nun reiben Sie damit sanft die Hände ein. Ist am Ende noch etwas Öl übrig, können Sie es mit einem Handtuch leicht abtupfen.

Die Menge macht das Gift

Bei der Anwendung von Ätherischen Ölen sollten Sie beachten, dass all diese Mittel sehr hoch konzentriert sind. Nutzen sie also nur geringe Mengen (1-2 Tropfen Öl). Wenn Sie sich unsicher sind, nehmen Sie gern Kontakt mit mir auf!

 

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